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Demnächst auch in Oberhausen? - Geldspielgeräte am laufenden Meter.

Demnächst auch in Oberhausen? - Geldspielgeräte am laufenden Meter.

“Leute mit höherem Einkommen und Jüngere” - das ist, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Große Brömer, die Zielgruppe, die mit dem auf dem ehemaligen Stahlwerkgelände geplanten “Kasino” angesprochen werden soll. Traditionelle SPD-Wähler/innen kann er damit kaum meinen, denn die werden - auch Dank der Politik ihrer eigenen Partei - statistisch gesehen vor allem eins: immer älter und ärmer. Doch das soll hier nicht das Thema sein…

Wir erinnern uns: in den letzten Kommunalwahlkampf zog die SPD mit ihrem zum damaligen Zeitpunkt schon gescheiterten Projekt O.Vision, einer Art Mega- Gesundheits- und Wellnesszentrum für die Reichen und Schönen dieser Welt. Man träumte in der Stadtspitze davon, dass sich dort dann saudiarabische Scheichs ihre erworbene oder angeborene Sehschwäche per Laserbehandlung korrigieren lassen würden, sich bei einer Besichtigung des Gläsernen Menschen vom erfolgreichen Verlauf der Behandlung überzeugen könnten und anschließend zum Shoppen das Centro besuchen würden. Was daraus geworden ist, ist bekannt: das Land versagte berechtigterweise die finanzielle Unterstützung für derartigen Unfug auf Kosten der Steuerzahler/innen und die hiesige Politik samt Verwaltung motteten das Projekt ein. Natürlich nicht ohne den in Oberhausen beinahe schon obligatorischen Hinweis, dass es mal wieder “die anderen” (in diesem Fall die Landesregierung) waren, die verhinderten, dass die eigenen hoch fliegenden Pläne Wirklichkeit werden.

Nun, 5 Jahre später, ist von den eigenen Visionen (”Wer Visionen hat, sollte zum Art gehen” - Helmut Schmidt) nichts mehr geblieben. Das Stahlwerksgelände wurde mittlerweile für bescheidene 35 Millionen Euro in einer Nacht-und Nebel-Aktion an einen irischen Baggerhändler verhökert (die Begleichung des vollständigen Kaufpreises steht übrigens noch aus). Und damit man seitens der regierenden SPD gar nicht erst in die Verlegenheit gerät, für die weitere Entwicklung des Geländes Verantwortung zu tragen, wurde auf jedes Mitspracherecht bezüglich der weiteren Nutzung großzügig verzichtet. Ja, man ging sogar soweit den Bebauungsplan im Interesse des Investors zu ändern, damit dieser möglichst freie Hand habe bei der weiteren Verwertung des Areals.

Dieser dankte es, in dem er als erstes auf einem Teil des Geländes, den  für seinen mehr als zweifelhaften Umgang mit Arbeitnehmer/innenrechten bekannten Discounter Lidl ansiedelt.

Als nächstes soll nun der Bau eines “Kasinos” erfolgen. Wobei mensch sich dabei aber bitte kein Kasino vorstellen sollte, wie es einem die Bilder aus Film  und Fernsehen nahe legen: wohlhabende Herren im eleganten Smoking und gut aussehende Frauen mit tief ausgeschnittenen Abendkleidern an Roulettetischen wird man und frau dort kaum antreffen. Letztendlich handelt es sich bei dem so genannten “Kasino”  um nichts weiter als um eine Spielothek im XXL-Format. Mitnichten ein Ort  wo sich “Leute mit höherem Einkommen und Jüngere” einfinden werden, sondern eine schnöde “Daddelhalle”, wie früher oft abfällig gesagt wurde.

Dass dies heute von der regierenden SPD, in einer Mischung aus Wehleidigkeit und Resignation, schon quasi als Erfolg verkauft wird, zeigt das komplette Versagen der Stadtspitze bei der Entwicklung des Stahlwerkgeländes. Von O.Vision zur Spielothek - tiefer können Pläne nicht fallen…