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Archiv: Hubertus Küpper

Am heutigen Morgen erreichte uns ein Schreiben des Essener Rechtsanwalts Patrick Kreimer, der von der Tectum Group mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt wurde. In diesem Schreiben werden wir aufgefordert diverse Kommentare, die zu dem Beitrag Wir brauchen Tectum gepostet wurden, bis zum heutigen Freitag, 11:00 Uhr zu entfernen. Beigefügt war diesem Schreiben eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung.

(…)

Bewehrt ist diese Unterlassung- und Verpflichtungserklärung mit einer Vertragsstrafe von 50.000 EURO.

Wir haben uns ungeachtet von der Berechtigung der Ansprüche, die die Tectum Group uns gegenüber geltend macht, bis zu einer weiteren juristischen Prüfung durch unsere Anwälte entschlossen, dieser Aufforderung VORERST zu entsprechen. Auch um Schaden von den AutorInnen der beanstandeten Kommentare abzuwenden. Sollte eine juristische Überprüfung unserseits ergeben, dass die von der Tectum Group geltend gemachten Ansprüche nicht statthaft sind, werden wir die beanstandeten Kommentare unverzüglich wieder freischalten.

Wir bedauern es, dass die Tectum Group den Weg der juristischen Auseinandersetzung beschritten hat und offensichtlich nicht bereit ist sich den gegenüber ihr erhobenen Vorwürfen inhaltlich zu stellen.

UPDATE 1 (11.07.2009):

Eine juristische Überprüfung der durch die Tectum Group gegen uns  geltend gemachten Ansprüche seitens unserer Anwälte, hatte zum Ergebnis, dass diese in der gemachten Form NICHT haltbar sind. Wir haben daher die von der Tectum Group beanstandeten Kommentare wieder FREI geschaltet. Über die weitere Entwicklung werden wir an dieser Stelle zeitnah informieren.

Update 2 (19.08.2009):

Aufgrund eines heute getroffenen gerichtlichen Vergleichs mit der Tectum Group sehen wir uns leider gezwungen einen Teil der Kommentare zu dem oben erwähnten Beitrag zu entfernen. Auch mussten Passagen aus dem Beitrag entfernt werden. Wir bedauern dies. Das zuständige Gericht teilte unsere Rechtsauffassung jedoch nicht in allen Punkten.

Hubertus Küpper und Hajo Sommers werben für Tectum

Hubertus Küpper und Hajo Sommers werben für Tectum

Über Monate hingen sie im Stadtgebiet: großformatige Plakate mit der Überschrift „Wir brauchen dich!”, die den RWO-Vorsitzenden und 1. Kulturbademeister der Stadt, Hajo Sommers sowie den Gründer und Eigner der Tectum Group, Hubertus Küpper, zeigten.

Mit dieser groß angelegten Rekrutierungskampagne warb der Call-Center Betreiber aus Gelsenkirchen-Ückendorf um neue Mitarbeiter für sein im Juni neu eröffnetes Call-Center auf dem ehemaligen Babcockgelände an der Duisburger Straße. 620 Jobs sollen dort, laut Aussage der Tectum Group, geschaffen werden.

Was den Interessenten bzw. die Interessentin dort aber dann an Arbeitsbedingungen erwartet, ist auch für diese Branche, in der ArbeitnehmerInnenrechte einen nur geringen Stellenwert haben, außerordentlich. Nämlich außerordentlich schlecht.

„Untragbar” seien laut verdi die Verhältnisse in den Call-Centern der Tectum Group, die in nur wenigen Jahren zum größten Call-Centerbetreiber in NRW aufgestiegen ist. Verdi-Sekretär Markus Neuhaus spricht in diesem Zusammenhang von „Galeeren-Sklaven-Zuständen” bei Tectum. So werden, nach Informationen ehemaliger MitarbeiterInnen, Verträge nach Krankheit gekündigt. Oder aber Provisionen für Teammitglieder gekürzt, wenn eines von ihnen krank ist. Um den Druck auf die MitarbeiterInnen möglichst schnell möglichst viele Verträge abzuschließen zu erhöhen, griffen Teamleiter auch zu Mitteln der körperlichen Bestrafung. Call-Center-Agents, die aus Sicht ihrer Vorgesetzten nicht schnell genug seien, zu wenige Verträge abschließen, werde auch schon mal der Stuhl entzogen, so dass sie im Stehen arbeiten müssten. Auch von direkten körperlichen Übergriffen gibt es Berichte. So hätte es Vorfälle gegeben, bei denen Teamleiter ihre Untergebenen mit Stricknadeln stechen, um diese „auf Trab zu bringen”.

Genauso untragbar wie die Arbeitsbedingungen sind wohl auch die Löhne bei Tectum.  Das ergibt selbst bei einer vollen Stelle lediglich einen Monatslohn von gut 800.- €. Die Sicherung der eigenen Existenz ist damit selbst für Alleinstehende nur auf einem Niveau, das knapp über Hartz-IV liegt, möglich. Für alle anderen (zum Beispiel Teilzeitbeschäftigte oder Alleinerziehende Frauen) ist der Gang zur ARGE und die Beantragung ergänzender Leistungen vorprogrammiert. Zusätzlich zu den schlechten Arbeitsbedingungen, der miserablen Bezahlung müssen diese Beschäftigten sich dann auch noch auf den monatlichen, erniedrigenden Bittgang zur hiesigen ARGE/Soda einstellen.

Tectum das sind 620 „Jobs”, die die Menschen in Oberhausen nicht brauchen. Diese brauchen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze mit festem Einkommen. Arbeitsplätze, die gewährleisten, dass sie ihre Existenz aus eigener Kraft sichern können. Die Menschen in Oberhausen brauchen Tectum nicht!

Weiterführende Links:
http://forum.derwesten.de/viewtopic.php?p=431776
http://www.1oglinks.de/index.php?section=blog&cmd=details&id=10
http://www.1oglinks.de/index.php?section=blog&cmd=details&id=9
http://www.1oglinks.de/index.php?section=blog&cmd=details&id=8
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=10150.0

Beitrag zu Tectum aus der Sendung 17.30 Live (Sat 1):