2009 20 Aug

Pinkelmaut am Bertha

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Toilettenschild

Auch das kleine Geschäft kostet Geld...

„Pecunia non olet“ (zu deutsch: Geld stinkt nicht). Das wusste schon Kaiser Vespasian im alten Rom, als er eine Steuer auf die öffentlichen Toiletten erhob.

An diese Tatsache haben sich wohl auch die Verantwortlichen des Bertha von Suttner Gymnasiums erinnert, als sie im letzten Schuljahr eine Toilettenmaut von 10 Euro einführten. Dafür wurde eine Reinigungskraft zur zusätzlichen Reinigung der Jungen- und Mädchentoiletten während der Unterrichtszeit am Vormittag angestellt. Ausstattung und Sauberkeit der Schulen ist zwar Aufgabe des Schultägers, also der Stadt, aber wir wollen mal nicht so sein und die Abwälzung aller Lasten auf die Familien ist ja überaus modern. Laut Aussage des Schulleiters hat sich die überwältigende Mehrheit aller Eltern freudig an der Sammelaktion beteiligt.

Eltern schulpflichtiger Kinder sind ja einiges gewöhnt, wenn es um die zusätzlichen Kosten für den Schulbesuch ihres hoffnungsfrohen Nachwuchses geht, aber was die Eltern vom Bertha am Beginn dieses Schuljahres erlebten, setzte dem noch eins drauf. Da flatterte ein Elternbrief ins Haus, in dem lapidar mitgeteilt wurde, dass der Pinkelgroschen im letzten Jahr auf Grund einer “Fehlkalkulation” zu niedrig angesetzt war und dieses Jahr deutlich angehoben werden muss. Für die Sekundarstufe I soll es nun 14 Euro und für die Sekundarstufe II 16 Euro kosten. Ich hoffe nur, an der “Kalkulation” waren keine LehrerInnen beteiligt, ansonsten müsste man deren Kompetenz zumindest in Zweifel ziehen. Das Geld würde mit dem Büchergeld eingesammelt und deshalb sollen alle SchülerInnen übermorgen mal 40 Euro mitbringen.

Das ist doch ein hübsches Eintrittsgeld ins neue Schuljahr und ein gutes Beispiel zum Thema “kostenlose Bildung” für alle!

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8 Kommentare

hausmeister schrieb am 20. August 2009 um 14:32

Wenn im Elternhaus mehr auf Sauberkeit und den Umgang mit fremden Sachen geachtet würde, wäre es sicherlich nicht nötig ein jährliches Toilettengeld zu erheben. Sie sollten mal einen “normale” Gesamtschule oder Hauptschule besuchen. Was sich dort abspielt spottet jeder Beschreibung. Es gibt mittlerweile Schulen, bei denen die Eltern auch einen Sicherheitsdienst für die Toiletten finanzieren müssen. Warum? Damit die frischrenovierte Schultoilette nicht innerhalb weniger Wochen wieder ein Trümmerfeld ist!

Tela schrieb am 20. August 2009 um 15:05

Es war einmal …
an jeder Schule eine/n Hausmeister/in, die im Schulgebäude wohnte. Verschmutzungen oder Vandalismus hatten wenig Chance. Der Hausmeister hatte alles im Blick und ist bei Bedarf eingeschritten. Ein Rundgang nach der großen Pause und Verunreinigungen wurden sofort erkannt. Wenn es Probleme gab, hatten die Kinder einen Ansprechpartner.
Wie gesagt, es war einmal.

Rabauke schrieb am 21. August 2009 um 23:21

Hausmeister waren zu meiner Zeit der Schrecken aller Schüler. Man braucht ihnen bestimmt nicht nachzutrauern!

Mareike schrieb am 22. August 2009 um 19:46

Ich kann es nicht mehr hören am Toilettengeld sind Eltern und Schüler selbst Schuld.Mag ja sein das Kinder heute “unerzogener” sind.Aber nicht die Eltern haben sich verändert,die ganze Lebenssituation hat sich verändert.Heute sind z.B. im Gegensatz zu früher die Kinder oft sehr früh auf sich alleine gestellt.In vielen Familien, ist es auf Grund der finanziellen Situation notwendig, das beide Elternteile arbeiten.Die klassische Familie:Mutter bleibt bei den Kindern, nicht mehr möglich.Hier ist seitens der Politik dringend Hilfe geboten.Irgendwie wird das “Pferd” wiedermal verkehrt herum aufgezäumt.Mit: Eltern zahlt jetzt mal für eure unerzogenen Kinder,ist das Problem nicht gelöst.

kingloser schrieb am 22. August 2009 um 23:37

Dazu passt, was mir meine Tochter unlängst zum Thema Hygiene in der Schule erzählte:
Anlässlich der Panikmache um die Schweinegrippe wurden alle Schüler aufgefordert, sich öfter die Hände zu waschen und - immerhin - es wurden in den Klassenräumen Seifenspender aufgestellt. In den Toiletten gibt es allerdings nach wie vor keine Seife …

Bodo1970 schrieb am 23. August 2009 um 14:31

@rabauke: dann möchte ich ehrlich gesagt nicht wissen an welcher schule sie unterrichtet wurden.

diesem zitat von hausmeister: “Wenn im Elternhaus mehr auf Sauberkeit und den Umgang mit fremden Sachen geachtet würde, wäre es sicherlich nicht nötig ein jährliches Toilettengeld zu erheben.” gibt es meines erachtens kaum etwas hinzuzufügen.

leider ist es für viele kinder & jugendliche heute nur zu modern ihre “hinterlassenschaften” nicht zu beseitigen - davon die toilettenbürste zu nutzen rede ich gar nicht mal! schon den abzug zu betätigen scheint von manchen kindern zu viel verlangt zu sein!

das zusatzfach hygiene kann man nur begrüßen, wenn es denn eingeführt wird!

vG

bodo

MutterOB schrieb am 24. August 2009 um 13:23

Wieso regen sich alle über sowas auf. Ich wohne in der Nähe dieser Schule. Und muss leider sagen, das einige Kinder dort. Nicht wirklich viel Verstand haben.
So wie sie sich auf der Toilette benehmen so benehmen sie sich auch im Straßenverkehr.
Haben ein sehr freches Mundwerk, meinen sie seien was besseres. Beschimpfen andere Kinder von anderen Schulen als Versager.
Von daher ist es auf einer art schon gerecht das sie bezahlen müssen um aufs klo zugehen.

Mareike schrieb am 26. August 2009 um 09:03

Na,wehe meine Tochter kommt nach Hause ;-)Jetzt benimmt die sich auch noch schlecht im Strasseverkehr*kopfschüttel*Also ich finde alle Schüler,erst recht die vom BvS gehören ins Heim…jetzt nicht aufregen:Natürlich bezahlen das die Eltern….T’schuldigung,aber so lässt sich das Problem auch nicht lösen,immer nur meckern:Die Jugend von heute….

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