Ebbe herrscht in der Oberhausener Stadtkasse

Das muss nicht sein: leere Stadtkasse

Auch wenn in der Oberhausener Öffentlichkeit und im Rat der Stadt immer wieder - zumeist aus aktuellen Anlässen, wie das Verbot auszubilden - über den von der Bezirksregierung aufgezwungenen Sparhaushalt diskutiert wird, so geht diese Diskussion am Kern des Problems vorbei. Es wird lediglich über die Symptome, nicht jedoch über die Ursachen der katastrophalen finanziellen Situation der Stadt diskutiert. Eine Tatsache auf die die LINKE LISTE schon lange immer wieder hinweist.

Unbestreitbar ist: Oberhausen ist pleite. Der Schuldenberg wächst von Jahr zu Jahr. Unter den gegebenen Voraussetzungen kann die Stadt sich weder durch strengste Sparmaßnahmen, noch durch den Verkauf auch des letzten noch vorhandenen „Tafelsilbers” finanziell sanieren.

Doch dies wird von den Vertretern der etablierten Parteien SPD, CDU, FDP und Grüne öffentlich nicht thematisiert. Zwar wurde den Menschen in Oberhausen immer wieder erzählt, dass die Stadtkasse leer ist und das Oberhausen unter der Finanzaufsicht der Bezirksregierung steht, aber die Ursachen dieser Situation wurden verschwiegen.

Stattdessen hieß es immer wieder, dass nun alle zusammenrücken und gemeinsam überlegen müssten wann, wo und wie viel noch zu sparen ist, um den Forderungen und Auflagen der Bezirksregierung entgegen zu kommen. Es wurde ein Runder Tisch gegründet und schnell entstand ein Haushaltssicherungskonzept, welches nicht anderes ist als ein Kürzungsprogramm, dessen Ende noch lange nicht absehbar ist.

Dass die prekäre Lage durch diesen unsozialen Sparkurs nicht zu lösen ist, dass es noch nicht mal theoretisch eine Chance auf Sanierung des Haushaltes gibt, wird von den Verantwortlichen ganz bewusst verschwiegen. Dass der klamme Haushalt eine Folge von chronischer Unterfinanzierung der Kommunen ist, wird bewusst nicht in den Focus der Debatte gestellt.

Die Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums zu Gunsten von Banken und großen Unternehmen, zu Gunsten einer sich immer schamloser gebenden kleinen Elite aus Reichen und Superreichen, hat dazu geführt, dass die finanziellen Fundamente des Staates und seiner öffentlichen Einrichtungen systematisch untergraben wurden. Die daraus resultierenden Folgen werden schlicht und einfach nach unten durchgereicht: vom Bund auf die Länder, von den Ländern auf die Kommunen. Dies hat zur Folge, dass gerade Städte wie Oberhausen, bei ständig sinkenden Einnahmen, immer mehr Aufgaben zu erfüllen haben. Aufgaben für deren Erfüllung ihnen die Mittel fehlen.

Es ist absurd, dass gerade es gerade einer Stadt wie Oberhausen, in der viele Menschen mit geringen oder lediglich durchschnittlichen Einkommen leben, VERBOTEN ist keine Kita-Gebühren zu erheben, während eine Stadt wie das wohlhabende Düsseldorf ihren Bürgerinnen und Bürgern die Kita-Gebühren großzügig erlassen kann. So entscheidet allein der Wohnort schon über die zukünftigen Bildungs- und Lebenschancen von Kindern.

Es ist absurd, dass es gerade einer Stadt wie Oberhausen nicht möglich ist, dringend notwendige Investitionen für eine nachhaltige, zukunftsorientierte Modernisierung der städtischen Infrastruktur in den Bereichen Bildung, Umwelt und Energie zu tätigen, um so den andauernden Niedergang der ehemaligen „Wiege der Ruhrindustrie” zu stoppen.

Doch statt dies in der öffentlichen Debatte um die finanzielle Situation der Stadt zu thematisieren, die katastrophale Situation der heutigen Gemeindefinanzierung deutlich zu machen, ist der Hinweis auf „böse” Bezirksregierung das einzige, was den hiesigen Kommunalpolitikern hierzu einfällt.

Und dies ist auch nur zu gut zu verstehen. Schließlich sind es ja Politiker der jeweils eigenen Partei, sei es nun die SPD oder die CDU, die FDP oder die Grünen, die auf Bundes- oder Landesebene mitverantwortlich sind für eine Politik der Verarmung der Kommunen und somit der Verarmung immer größer werdender Teile der Bevölkerung.

Eine Kommunalpolitik, die keine Alternativen zu dem gebetsmühlenartig wiederholten Verweis auf die leeren städtischen Kassen zu bieten hat, verliert ihre Berechtigung und verdient das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt nicht.

Die Menschen in Oberhausen brauchen keine, wie auch immer zusammengesetzte, Stadtregierung der Konkursverwalter, sondern politische VertreterInnen im Rat der Stadt und den Bezirksvertretungen, die sich ihrer Bedürfnisse annehmen und diese in praktische Politik umsetzten. Sie brauchen VertreterInnen, die bereit sind, immer wieder auf den Zusammenhang zwischen Bundes- und Landespolitik und den daraus resultierenden Folgen für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt hinzuweisen und hierzu Alternativen nicht nur aufzuzeigen, sondern für ihre Umsetzung auch zu kämpfen.

Darum braucht Oberhausen auch in Zukunft eine starke, linke Opposition. Eine Opposition, die mehr zu bieten hat, als den immer wiederkehrenden Verweis auf die leeren städtischen Kassen!

0 Trackbacks & Pingbacks

Keine Trackbacks / Pingbacks zu diesem Artikel vorhanden

Trackback-URL zu diesem Beitrag:
http://www.richtig-rot.net/wp-trackback.php?p=822

6 Kommentare

w.fi schrieb am 04. August 2009 um 12:55

Diesen Gedanken kann ich folgen. Das sind gute Gründe für eine konsequente Oppsosition in Oberhausen; nicht kariert, nicht gestreift, nicht außsen rot und innen weiß sondern richtig rot. Zur angemerkten Kritik am einizigen Verweis der etablierten Pyarteien auf die leeren Kassen habe ich eine Ergänzung: Es ist genug Geld da, es haben nur die falschen Leute.

Oberhausener msv fan schrieb am 04. August 2009 um 20:43

Die Nachricht welche die Kommunalpolitik (wenn man in ihrer Logik denkt) uns verschweigt,muß lauten: “Wir können unsere Aufgaben nicht mehr wahrnehmen und sehen keine Möglichkeiten dies zu ändern”.
Diese Information bringt z.B. den betreffenden Stadtrat in eine unangenehme und beispiellose Situation. Sie ist nicht anderes, als eine politische Bankrotterkklärung und würde eine Legimitionskrise auslösen.
Davor haben sie alle Angst im neoliberalen Parteiblock.
Sie haben Angst davor das die Menschen in Oberhausen sie ganz einfach nicht mehr wollen und nach Hause schicken.
Sie, ohne die in dieser Stadt nach ihrer Meinung nichts geht.

w.fi schrieb am 05. August 2009 um 12:53

Ich gehe davon aus, dass die betreffenden Stadträte diese Information nicht geben, sondern versuchen werden, die Menschen davon zu überzeugen, dass wieterwurschteln wie bisher, die einzige Alternative ist. Deshalb ist es wichtig zu betonen, dass die Linke.Liste eine andere Alternative anbietet. Nach meiner Logik muss es heissen: Wer den Reichen nichts nimmt, kann der Bevölkerung nichts geben.

rechtsausleger schrieb am 06. August 2009 um 14:33

Es ist der alte Traum der sogenannten Linken, den Kuchen mehrfach verteilen zu können. Ein Traum, der von der Realität längst entlarvt wurde. Was den hiesigen Kommunalpolitikern vortzuwerfen ist, ist in der Tat, dass sie der Bevölkerung weismachen wollen, dass man so weiter machen kann wie bisher. Das ist aber nicht möglich. Es muss gespart werden, wo es eben geht!!! Der Staat und die Stadt sind zum Selbstbedienungsladen für jedermann verkommen. Damit muss Schluss sein! Der Staat soll sich wieder auf seine Kernaufgaben beschränken: Gewährleistung der inneren und äußeren Sicherheit, Schutz des Eigentums der Bürger, Durchsetzung von Recht und Ordnung.

Volker schrieb am 07. August 2009 um 20:54

Dem letzten Kommentar kann ich mich nicht anschliessen. Der Kuchen soll nicht mehrfach verteilt werden, sondern gerecht. Wenn ich sehe dass ich mit meiner Sozialen Initiative allein da stehe und ein Verwandter des hiesigen Bürgermeisters sowie Immobilienbüroinhaber Städtische Zuschüsse für ein Projekt, welches sozial sein soll bekommen; wo das einzig Soziale der freie Eintritt für Rollstuhlfahrer ist und die Begleitperson trotz dem zahlen muss, dann frage ich mich ob es da mit rechten Dingen zugeht.
Dieser Kuchen, der da angeschnitten wurde kann auch nicht mehrfach verteilt werden und in dieser Kommune muss einfach etwas rotes rein. Mit rot meine ich bestimmt nicht die SPD: Steinbrück war heute in Hamm Bockum-Hövel und hat wieder einmal das Volk verkohlt. Zum Thema Gewährleistung der äusseren und inneren Sicherheit dage ich nur, was wir da in Afghanistan machen erhöht die Unsicherheit und nicht die Sicherheit. Wenn ich mich Volkspartei nenne, muss ich mich auch wie eine Volkspartei verhalten und nicht das Gegenteil tun und mich noch wundern warum ich keine Stimmen bekomme. Wir sind Deutschland, aber wie wollen wir Deutschland sein wenn wir es nicht selbst bestimmen dürfen???

Oberhausener msv fan schrieb am 07. August 2009 um 22:05

Hallo rechtsauleger,
du kapierst es einfach nicht, der Kuchen soll nicht mehrfach verteilt werden, sondern soll von denjenigen genossen werden die ihn gebacken haben.

Die Kommentarfunktion ist zurzeit leider deaktiviert.