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Archiv: Juni 2009

Gestern fand der dritte Oberhausener Bildungsgipfel in der Aula des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums statt. Die Zahlen und Statistiken von Volker Kersting (Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum) bestätigten erneut die These, dass Armut sich leider auch in Bildungsarmut wiederspiegelt. Mit den Worten „Sage mir, wo du wohnst, und ich sage dir, welche Bildungschancen du hast”, fasste Kersting seinen Vortrag zusammen, dessen Ergebnisse die Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks, der passenderweise auch am 17.06. seinen Hauptaktionstag hatte, noch dringender erscheinen lassen.

Bildung für alle?

Bildung für alle?

Von Beginn an werden Schülerinnen und Schüler in Schubladen des vielgliedrigen Schulsystems in vermeintlich Gute und weniger Gute sortiert. In den viel zu großen Klassen, ist eine individuelle Förderung und gemeinsames Lernen unmöglich. Unterrichtsausfall ist alltäglich und es gibt zu wenige Lehrkräfte, die diesen auffangen könnten. Die Schulzeitverkürzung und das Turboabitur verschärfen den ohnehin enormen Druck. Immer weniger Schülerinnen und Schüler können dem standhalten. Daher greifen diejenigen, die es sich leisten können auf teure private Nachhilfe zurück. Dies verstärkt die soziale Ungerechtigkeit im Bildungssystem weiter. vor allem für die Eltern von Kindern aus Arbeiter- und Migrantenfamilien ist diese immense Mehrbelastung im Monat nicht tragbar.

Die Eltern Oberhausener Kinder wissen auch bereits, dass das dreigliedrige Schulsystem auf allen Ebenen versagt. Deshalb entscheiden sich immer mehr Eltern bewusst für die Anmeldung an einer Gesamtschule, weil sie hier für ihre Kinder mehr Chancengleichheit sehen und ein Bildungsergebnis, dass später zu einem erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung oder zu einem Berufseinstieg führt. In den vergangenen Jahren wurden die Oberhausener Gesamtschulen zwar um einige Klassen erweitert, trotzdem reichen die Plätze noch immer nicht aus. Bereits im November 2006 forderte DIE LINKE.LISTE eine flächendeckende Versorgung mit Gesamtschulen in Oberhausen. Genau das würde dem Elternwillen entsprechen. Es fehlen jedoch weiterhin ca. 7 Eingangsklassen an den Oberhausener Gesamtschulen. Ein Trend der anhält.

Unsere StOAG

Ab 21 Uhr dauert das Warten und die Fahrt nun deutlich länger!

Das, was Krankenkassen, Ärzte und Physiotherapeuten schon immer von uns forderten, wird nun durch die Ausdünnung und Streichung vieler Buslinien endlich Wirklichkeit. Vielen Dank an die STOAG. Wir freuen uns schon darauf, nach dem Besuch im Kino einen längeren, der Entspannung fördernden Spaziergang nach Hause zu machen. Sicherlich, es kann für den ein oder anderen ein bisschen weit und unter Umständen auch mal sehr spät werden, denn von Oberhausen-Mitte bis nach Schmachtendorf, dass dauert schon sein Zeit, aber von alleine wären wir nicht auf den klugen Gedanken gekommen.

Seit dem 14.06 gilt in Oberhausen der neue „optimierte“ Fahrplan der STOAG. Allerdings bedeutet „optimiert“ im Sinne von Verwaltung und SPD laut dem Fahrgastverband PRO BAHN eigentlich nur eine maßlose Kahlschlagaktion. Mit der Streichung vieler Linien wird ab 21.00 Uhr der Tagesbetrieb eingestellt und durch ein Nachtexpress-Netz im Stundentakt ersetzt. Ein Effekt ist, dass ca. ein Drittel aller Haltestellen nicht mehr angefahren werden.

Besonders Berufspendler und Jugendliche werden die Auswirkungen solcher „Optimierung“ zu spüren bekommen. Bislang ist der Nahverkehr im Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen Ballungsräumen nicht gerade vorbildlich. Jetzt setzt die STOAG hier noch einen Tiefpunkt. Diese Kürzung ist nur ein Teil der Streichorgie, die uns das neoliberale Parteienprojekt von SPD, CDU, GRÜNE und FDP mit ihrem Haushaltssicherungskonzept beschert haben. Wenn sie uns jetzt schon mit solch unpopulären Maßnahmen beehren, kann sich jede/jeder ausrechnen, was uns nach der Kommunalwahl noch blüht.

Die LINKE.LISTE unterstützt den Fahrgastverband PRO BAHN bei seiner Forderung, nach der sofortigen Rücknahme dieser Kürzungen im öffentlichen Nahverkehr. Wir rücken auch nicht davon ab, weiter für ein Sozialticket zu kämpfen. Ein Zurückrudern der STOAG wird es nur geben, wenn sich viele Menschen in dieser Stadt wehren und den Druck auf die Politik erhöhen.

Das Oberhausener Ergebnis im Vergleich zu 2004

Das Oberhausener Ergebnis im Vergleich zu 2004

DIE LINKE hat bei der Europawahl ihr Ergebnis von 3,66% (Europawahl 2004) auf 7% erhöht. Gegenüber der letzten Europawahl konnten wir unser Ergebnis also fast verdoppeln. Das Europawahlergebnis in Oberhausen zeigt, dass wir unsere Wahlziele erreichen werden. Denn die Erfahrung zeigt, kommunal fallen die Ergebnisse der LINKEN noch besser aus als bei der Europawahl. Mit 7 % sind unsere Erwartungen sogar übertroffen worden. Mit viel Optimismus werden wir nun in den Kommunal- und Bundestagswahlkampf gehen. Wir sind überzeugt, dass wir unser Wahlziel bei den Kommunalwahlen im August ‘10 % plus X’ gemeinsam erreichen werden. Es ist noch viel zu tun, packen wir es an!!